Hier mein Erfahrungsbericht für die Abteilung Internationales:
1. Bewerbung
Meine Entscheidung, mich um einen Platz im m³-Austauschprogramm zu bewerben, fiel etwa ein Jahr vor Antritt der Reise, nämlich im Sommer 2005. Ich empfand die Bewerbungsvorbereitung als aufwändig und zunächst verwirrend, war aber gerne bereit, die nötige Zeit und Energie zu investieren, um die nötigen Unterlagen zusammenzutragen. Dank der Beratung und Unterstützung durch Frau Wacker gelang mir die Abgabe rechtzeitig und weitgehend stressfrei. Völlig ratlos stand ich anfangs dem Motivationsschreiben gegenüber, konnte diese Aufgabe aber mit Hilfe einer in den USA studierenden Freundin zu meiner Zufriedenheit (und anscheinend auch der der U of M) lösen. Auf eine Antwort habe ich leider lange warten müssen – die Bewerbungsfrist lief am ersten März ab, meine Zusage erhielt ich Ende Juni.
2. Reisevorbereitung
Als man mir endlich die lang ersehnte Bestätigung nach Hause gefedext hatte, in der stand, dass man mich am 24. August in Memphis erwartete, kümmerte ich mich umgehend um Visum und Flug. Gail Warren, die Assistentin von Rebecca Laumann, Study Abroad Director an der University of Memphis, hatte einen rührenden Brief geschrieben, in dem sie uns unter anderem über die Wetterbedingungen in Memphis und Notwendiges für das Überleben in den USA informierte.
Auf einen Termin beim Generalkonsulat in Frankfurt musste ich vier Wochen warten, bekam mein Visum dann aber innerhalb weniger Tage ausgestellt, so dass sich mit meiner Abreise keine Probleme ergaben. Das, worüber ich vor dem Antrag am meisten gegrübelt hatte, nämlich den ‚Nachweis über die Absicht, die Vereinigten Staaten wieder zu verlassen’, hat dort niemanden interessiert. Ich hatte sogar aus lauter Panik wenige Tage zuvor meinen Rückflug gebucht. Danach hat mich zwar beim Konsulat auch keiner gefragt, aber bei der Einreise. Also besser buchen und Bestätigung ausdrucken!
Wissenswert für zukünftige Memphis-Reisende ist vielleicht, dass die Amerikaner panisch darauf reagieren, wenn man seine Aufenthaltsadresse nicht kennt. Man nehme das, was auf dem Formular steht, also in diesem Fall die Anschrift des Study Abroad Office (102 Brister Hall). Beim Einchecken in Frankfurt ließ ich mir dummerweise anmerken, dass mir meine Semesteranschrift nicht bekannt war, woraufhin der zickige Air France-Mitarbeiter mir weismachen wollte, man ließe mich drüben nicht einreisen. Letztlich hat keiner danach gefragt. Die Einreise verlief ohne Schwierigkeiten, ich habe meine Fingerabdrücke abgegeben und bin ausgesprochen freundlich behandelt worden.
3. Empfang und Betreuung vor Ort – „Rebecca? We have Charlotte!!!“
Meinen ersten telefonischen Kontakt zu Rebecca Laumann hatte ich in Cincinnati, von wo aus ich sie aufgelöst anrief, da ich – wie könnte es auch anders sein – meinen Anschlussflug verpasst hatte. Zu meiner Erleichterung ist die Information bis zu Gail durchgedrungen, die mich, am Flughafen einsammelte und mir anschließend beim Einchecken in mein Zimmer half.
Am nächsten morgen trafen wir sich alle Neuankömmlinge mit den Mitarbeitern des Study Abroad Office zur ‚Orientation’, wo Rebecca uns viel Wissenswertes über das Studieren in den USA und in Memphis erklärte und wir Hilfe bei Kurswahl und ‚Papierkram’, sowie Aktivierung unseres Accounts (für E-Mail, Internetzugang, und Ähnliches) und Beschaffung unseres Studierendenausweises erhielten. Während des gesamten Semesters stand besonders Gail uns zur Verfügung, wenn wir Fragen hatten oder Hilfe brauchten. Ich habe das kaum in Anspruch genommen, aber Anderen hat sie zum Beispiel beim Autokauf geholfen.
Am Nachmittag verfrachtete man uns in einen klassischen gelben Schulbus und fuhr uns zu Aldi (!) und Walmart.
4. Unterbringung und Verpflegung
Wie fast alle ausländischen Studierenden war auch ich im ‚Carpenter Students Housing Complex’ untergebracht. Der Komplex besteht aus einer Reihe von mehrstöckigen Apartmenthäusern und kleineren, sogenannten ‚Townhouse Buildings’. Anders als im typischen ‚Dorm’ gibt es im Carpenter Einzelzimmer, von denen meist vier über eine gemeinsame Küche (mit Spülmaschine!), ein recht großes Wohnzimmer und zwei Bäder verfügen. Ebenso gibt es dort die Möglichkeit, sich für ein gesamtes Jahr einzumieten und das Zimmer über Weihnachten nicht räumen zu müssen. Der Preis für diese Vorzüge ist hoch – anders gesagt, die Miete ist astronomisch. Ein Zimmer im Carpenter kostet fast $ 2500 pro Semester. Nachdem wir alle kräftig geschluckt hatten, unterschrieben wir und fühlten uns sehr wohl.
Im Carpenter ist der Genuss von Alkohol strengstens untersagt, doch nicht nur das! Besuch auf dem Zimmer nach Mitternacht, bzw. zwei Uhr am Wochenende, ist verboten, und wehe, der Besucher gehört dem anderen Geschlecht an. Dass die Bewohner diese Regeln offensichtlich wenig ernst nehmen, wurde mir spätestens in der ersten Woche klar, als ich eines morgens gegen sieben dem leicht bekleidetem Freund einer Mitbewohnerin im Bad begegnete.
Ich will noch etwas anmerken: Man hat innerhalb eines kurzen Zeitraumes von einer oder zwei Wochen Zeit, das Zimmer zu wechseln. Eigentlich ist der ‚room change’ als Möglichkeit vorgesehen, mit einer anderen Person das Zimmer zu tauschen, aber selbst wenn man keinen Tauschpartner hat, lohnt es sich, zu fragen. Das Zimmer, in das man mich zuerst steckte, gefiel mir nicht. Es war nicht gestrichen worden und die Wände waren dementsprechend schmutzig, was man auch nach meiner zweiten Reklamation noch ignorierte. Außerdem war es sehr dunkel, denn es lag es im Erdgeschoss und das Fenster zeigte nicht nach draußen, sondern auf eine Art Durchgang. Dazu kam eine allabendliche, vor diesem Fenster stattfindende, gesellige Runde, die meine neu gewonnenen Freunde bald hämisch als ‚Gangster-Party’ bezeichneten. Bei meinem dritten Besuch im Verwaltungsbüro habe ich anscheinend so laut über den Assistenten hinweggemeckert, dass der zuständige (sehr nette) Geoffrey Fenlong mich hörte und mich kurzerhand in ein leeres Zimmer ziehen ließ – obwohl die Frist abgelaufen war. Ich wohnte dann mit zwei Amerikanerinnen und einer anderen deutschen Austauschstudentin aus Ulm zusammen.
Ein zentraler Punkt des Campus-Lebens in Memphis ist die Cafeteria ‚Tiger Den’. Nicht nur, dass dort der wöchentlich ‚Stammtisch’ de German Clubs stattfindet. Der ‚Tiger Den’ liegt am zentralsten und ist die einzige Cafeteria, sie ich besucht habe, wenn es auch noch andere gibt. Mit einer deutschen Mensa gar nicht zu vergleichen, ist der ‚Tiger Den’ eigentlich nur ein Gebäude, dessen Fläche and verschiedene Fastfood-Ketten vermietet wird. Dementsprechend sind nicht nur die Preise, sondern leider auch der Geruch: nach einem viertelstündigen Aufenthalt im Inneren des ‚Tigerbaus’ haftet dem Haupthaar ein Hauch von Frittierfett an, der partout nicht weggehen mag. Von den sogenannten ‚meal plans’ ist nach Erfahrung eines Bekannten dringend abzuraten. Man zahlt zu Beginn des Semesters einen festen Betrag und erhält dafür eine bestimmte Anzahl vergünstigter Mahlzeiten, was sich aber nur lohnt, wenn man dort tatsächlich jeden Tag essen will, was man aber vermutlich nicht will, es sei denn, man hat spontan Lust, pro Semester zehn Kilo zuzunehmen und den Nährstoffspiegel in seinem Blut unter den kritischen Grenzwert sinken zu lassen.
Eine lebensrettende Alternative ist der nahe gelegene Supermarkt Kroger, wo auch salathungrige Europäer alles bekommen, worauf sie Appetit haben. Kroger ist auch nicht besonders teuer (es lebe der Euro), und wenn man sich die Treuerkarte „Kroger Plus Card“ besorgt, kann man oft noch ein paar Dollar sparen. Kroger liegt, nach Auffassung der Deutschen, in Laufnähe, nach Ansicht der Amerikaner hingegen ist für die Strecke eindeutig ein ‚ride’ nötig. Was nicht unbedingt an Faulheit liegt, nein, man läuft dort einfach nicht uns wenn man es tut, wird man schräg angeschaut bzw. angehupt. Das vermittelt einem ein merkwürdiges Gefühl, also lässt man sich beim nächsten Mal lieber fahren. Mitfahrgelegenheiten gibt es reichlich.
5. Kurse – „Wenn Ihr durchfallt, kommt das FBI!“
Ich habe, wie von der US-Regierung verlangt, vier Kurse belegt, um als Vollzeitstudent anerkannt zu sein. Ich studiere im Hauptfach Publizistik und hatte bei meiner Abreise das fünfte Fachsemester abgeschlossen. Ich habe vier Journalism-Kurse gewählt, was aber nicht verpflichtend ist: man ist der Wahl seiner Kurse relativ frei und kann, wenn einem der Sinn danach steht, auch andere Fächer oder Sprachkurse belegen. Aber Achtung, mehr als vier sollte man (meiner Meinung nach) auch nicht belegen, da die Kurse dort viel Vor- und Nachbereitung erfordern und man über das ganze Semester Prüfungen und kurze Hausarbeiten schreibt, demnach gut ausgelastet ist.
Für alle Publizisten also folgende Information: Ich hatte „Mass Communication Survey“ (1700) eine Art Überblicksvorlesung über das US-amerikanische Mediensystem und die Grundzüge der Kommuniationswissenschaft. Der Kurs hat mich mit seinen vier dicken Prüfungen stark beansprucht, war aber inhaltlich recht einfach und leider wenig lehrreich. Als zweiten Kurs habe ich „Media Writing“(2121) belegt, in dem vermittelt wurde, wie für amerikanische Zeitungen Artikel schreibt. Dort kam ich mir anfangs wegen meines sprachlichen Rückstandes ziemlich überfordert vor, habe den Kurs dann aber doch ohne Schwierigkeiten gemeistert. Als drittes besuchte ich „Introduction to Public Relations“ (3400), ein großer Kurs in Form einer Vorlesung, den ich sehr interessant und lehrreich fand, da das Thema für mich recht neu war – wird ja am Institut für Publizistik kaum behandelt. Als viertes meldete ich mich für einen noch fortgeschritteneren Kurs an, „Public Relations Research“ (3410). Hier sie angemerkt, dass man sich als Ausstauschstudierender über Kursvoraussetzungen nicht viele Gedanken machen muss. Viele Kurse bauen aufeinander an, aber man kann sie (als Gaststudierender) meist auch besuchen, wenn man die Vorstufe nicht belegt hat. Public Relations Research war zeitaufwändig, inhaltlich monströs und mit Sicherheit der Kurs, in dem ich am meisten gelernt habe. Glück hatte ich mit dem Kursleiter Dr. Rick Fischer, einem sehr freundlichen und kompetenten Professor, den ich jedem wärmstens empfehle.
Über die anderen Fachbereiche kann ich wenig sagen, aber alle, die Journalism belegen wollen, seien gewarnt! Ich musste für zwei meiner Kurse den „English Proficiency Test“ bestehen, und für Media Writing einen weiteren Grammatiktest absolvieren. Man hat dazu bis etwa zur Mitte des Semesters Zeit, und auch sonst sind diese Tests recht einfach und kein Grund, in Panik auszubrechen (was ich tat, denn ich hatte ja keine Ahnung). Meist hat man drei Versuche und es empfiehlt sich, den Test einfach ein Mal zu probieren, um zu sehen, was einen erwartet. Möglicherweise besteht man ihn sofort, und wenn nicht, gibt es im Internet tonnenweise Übungsmaterial. Allerdings sollte man in den ersten Sitzungen gut zuhören, wenn die Dozenten über die Tests informieren. Das Online-System fand ich ein wenig verwirrend und auch beunruhigend, weil dort in unübersichtlicher Weise dutzende von Tests zu finden waren, von denen ich letztlich nur zwei bestehen musste.
Ein leidiges Thema sind die Bücher, denn sie sind leider unverschämt teuer. Ich habe etwa $ 350 ausgegeben und zum Ende des Semesters beim Wiederverkauf noch nicht einmal $ 100 ausgezahlt bekommen. Zwei Bücher habe ich als nützlich empfunden und behalten. Kopieren nützt allerdings auch wenig, denn die Bücher sind in der Bibliothek nicht vorhanden und meistens mehrere hundert Seiten dick.
Die Art der Lehre dort unterscheidet sich von unserer grundlegend. Die Kurse finden fast alle zwei mal wöchentlich statt und erinnern, wenn sie klein sind, sehr an Schulunterricht. Die Arbeit ballt sich nicht am Ende in der Prüfungswoche, sondern verteilt sich über das Semester. Ich hatte jede Woche zumindest ein „Quiz“, einen kleineren Test, dazu kamen fast jede Woche Klausuren oder „papers“ (kürzere Hausarbeiten und Essays). So richtig zum Durchatmen bin ich im ganzen Semester nicht gekommen, dafür konnte ich meine Arbeitsdisziplin trainieren und habe am Ende über meine eigene Belastbarkeit gestaunt. Wirklich schwierig war keiner meiner Kurse und ich hatte von Anfang an keine Verständnisprobleme. Auch vor schriftlichen Arbeiten verlor ich sehr schnell die Angst. Ich habe alle meiner Kurse mit A abgeschlossen und bin sogar auf die „Dean’s List“ gekommen. Das verdanke ich meinen Kenntnissen von wissenschaftlichen Arbeitsmethoden und englischer Grammatik, die bei uns ja selbstverständlich, dort aber nicht ganz so verbreitet sind, wie man es erwarten könnte.
Und ja doch, trotz des straffen Klausurenplanes bleibt in Memphis viel Zeit für „extracurricular activities“...zum Beispiel für Football!
6. Freizeit & Campus-Leben (GO TIGERS!)
Die University of Memphis offenbarte sich mir ziemlich genau so, wie ich mir ein College vorgestellt hatte: Fraternities, Sororities, Football.
Die Mitglieder der „International Students Association“ (ISA) fingen alle Neuankömmlinge zu Beginn des Semesters auf, boten bei wöchentlichen Treffen Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und waren für alle möglichen Freizeitaktivitäten zu haben. Damit, und der kleinen Gruppe der angereisten Deutschen, war ein ziemlich fester Kreis geschaffen, in dem ich mich sehr wohl fühlte.
Tatsächlich gibt es an der University of Memphis auch einen ‚German Club’, der sich jeden Mittwoch um 12:30 im Tiger Den zum ‚Stammtisch trifft’ und alle paar Wochen abends deutsche Filme zeigt. Im letzten Herbst gab es sogar ein ‚Oktoberfest’!
Zum Pflichtprogramm an der University of Memphis gehört es, sich ein paar Football- und Basketballspiele anzuschauen, zumal der Eintritt ist für Studenten ohnehin frei ist. Dass man bei dem ganzen Rahmenprogramm mit Marching Band, Tigermaskottchen und Feuerwerken vom Spiel an sich wenig mitbekommt, ist nicht schlimm. Tiger-Fans waren wir am Ende trotzdem alle.
Die kurzen Ferien, im fall term waren das fall break und Thanksgiving break, kann man dazu nutzen, die Umgebung zu bereisen. Auch weitere Strecken kann man sich leisten, wenn man frühzeitig einen Inlandsflug bucht. In der näheren Umgebung von Memphis gibt es leider nicht besonders viel zu besichtigen. Die nächste sehenswerte Stadt, Nashville, liegt etwa drei Autostunden entfernt. Doch reichen vier Tage auch für einen Trip nach New Orleans, Chicago, oder New York, je nachdem, wie weit man fahren und wie viel Geld man ausgeben möchte.
Fit halten kann man sich im campuseigenen „Recreation Center“, wo es Krafträume, Ballsporthallen, Aerobic-Kurse, Schwimmbäder, Sauna und Whirlpool gibt – für Studenten umsonst.
Wenn man nach dem Lernen, Reisen, Sport treiben und Sport gucken noch Zeit und Energie übrig hat, wird man diese am Wochenende schnell bei Parties los, zu denen man als international student ohnehin automatisch eingeladen ist. Langweilen muss sich in Memphis niemand.
7. USA – die Südstaaten
Ich habe oft nach einem Wort gesucht, um die Südstaatenmentalität zu beschreiben, und immer ist mir nur das eine eingefallen: anders. Und auch jetzt fehlen mir die passenden Worte und ich rate jedem Neugierigen, einfach selbst die Koffer zu packen. Wir werden ihren Akzent nicht immer verstehen und ein paar befremdliche Erlebnisse werden nicht ausbleiben. Wir werden uns fragen, warum sie so konservativ sind und uns wundern, dass so viele farbige Menschen dort unterwegs sind. Entsetzt werden wir frittierte Snickers-Riegel ablehnen und dafür vielleicht einen Jack Daniel’s on ice aus dem Plastikbecher trinken. Und dann werden wir Country-Musik hören, uns im Linedance versuchen und feststellen, dass wir eine ganz eigene Kultur kennen gelernt haben und gar nicht mehr weg wollen.
Ein Semester oder ein Jahr?
Ich hatte nur ein Semester und bin, obwohl der Abschied nach vier Monaten natürlich schwer fiel, trotzdem der Meinung, dass das ausreicht. Das zweite Semester verläuft zwar sicher reibungsloser, birgt aber auch nicht mehr viel Neues. Der Kostenpunkt ist auch nicht zu vernachlässigen.
Spring oder Fall?
Meiner Ansicht nach ist das fall term vorzuziehen, zunächst aus rein organisatorischen Gründen, weil es sich nur mit unserem Wintersemester überschneidet, das spring term aber liegt ungünstig zwischen Januar und Mai. Zweitens sind zu Beginn des fall terms alle international students neu und kontaktfreudiger. Und man erlebt den Rest eines langen warmen Südstaatensommers....
Tuesday, March 13, 2007
Sunday, December 17, 2006
Große Stadt, kleines Mädchen

Irgendwo in Manhattan...

Das Chrysler Building (ich bin erst einmal dran vorbeigelaufen)

In der Naehe des Times Square. Den angeblich hier ansaessigen Ditsch konnte ich nicht finden, dafuer aber das "Bubba Gump" Shrimps Restaurant. :)

Der Central Park mit Pferden, uiiiii wie romantisch....

Die United Nations Headquarters von aussen (oben) und von innen (unten).
Thursday, December 14, 2006
neinneinnein
...das war nicht der letzte Eintrag!
Entschuldigt meine Faulheit, aber ich drehe gerade am Rad, weil ich innerhalb von vier Tagen zwei Klausuren schreiben und für eben diese lernen, eine Hausarbeit abgeben, ein Projekt präsentieren, ab und zu ein bisschen weinen musste und zu allem Überfluss heute aus meinem Zimmer ausziehen muss. Und ich bin krank. Es ist sieben Uhr morgens und ich sitze schon hier und lerne. Weitere spannende Blogeinträge folgen.
Entschuldigt meine Faulheit, aber ich drehe gerade am Rad, weil ich innerhalb von vier Tagen zwei Klausuren schreiben und für eben diese lernen, eine Hausarbeit abgeben, ein Projekt präsentieren, ab und zu ein bisschen weinen musste und zu allem Überfluss heute aus meinem Zimmer ausziehen muss. Und ich bin krank. Es ist sieben Uhr morgens und ich sitze schon hier und lerne. Weitere spannende Blogeinträge folgen.
Friday, December 08, 2006
Wie gesagt - bei Charlotte kann man noch was lernen!
Was hat man davon, wenn man mit Derek abends LEO durchstoebert? Man erweitert auf betraechtliche Art und Weise das eigene Repertoire an schmutzigem englischen Vokabular ... und, wie ich heute Abend feststellen durfte, auch an deutschen Woertern!
Mal ehrlich, wer von Euch kennt das Wort 'analfixiert'?
Das wird mein Lieblingswort des Jahres 2007.
Wenn ein Ami sagen will "sei doch nicht so pingelig", sagt er einfach, konzis und praezis, wie es fuer die englische Sprache typisch: "Don't be so anal!"
Mal ehrlich, wer von Euch kennt das Wort 'analfixiert'?
Das wird mein Lieblingswort des Jahres 2007.
Wenn ein Ami sagen will "sei doch nicht so pingelig", sagt er einfach, konzis und praezis, wie es fuer die englische Sprache typisch: "Don't be so anal!"
Wednesday, November 29, 2006
Wir jetzt fahre Memphis! (Und schreiben Unterhosenpoesie)
Wo du wolle? Ganz klar, Towntown Memphis und Graceland!Nach drei Monaten in der Stadt habe ich es auch endlich mal geschafft, mir die Innenstadt nüchtern und bei Tageslicht anzuschauen. Das Civil Rights Museum, die Peabody Ducks, das 'Rendezvous' und Graceland durften natürlich nicht fehlen.
Obligatorisch war auch der einstündige Aufenthalt bei Victoria's Secret, mmmmmmmmmm..... wenn frau, betört von Wolken süßlichen Parfums, durch den Wald seidiger Spitze und flauschigen Frottees taumelt, verschwimmen vor ihrem glasigen Auge das pink und lila der unzähligen Höschen, Hemdchen, und Negligés, die, in greller und zugleich zarter Pracht, schreien und flüstern, kommandieren und hauchen... "... schhhhhh ... dein Kreditkartenlimit für diesen Monat ist noch nicht erreicht..."
Das 'Rendezvous' klang nach einem passenden Ort, die pinken Taschen, voll des Hauches von nichts, hinzutragen. Wars aber net. Barbecue-Sauce, Plastikteller, Dunkelheit, die Wände gepflastert mit uralten Elvis-Fotos, Krimskrams an der Decke, Minzbonbons und Zahnstocher auf einem Tischen vor dem Klo. Lecker war's!
Zweimal durften wir an diesem Tag, um in Publizistensprache zu sprechen, dem Inbegriff des Pseudoereignisses beiwohnen. Ein Pseudoereignis ist ein Ereignis, dass eigentlich gar kein Ereignis ist, das heisst, dass sich eigentlich gar nichts ereignet, sondern das Ereignis inszeniert wird, um (mediale) Aufmerksamkeit zu erlangen, um aus dem Ereignis eines werden zu lassen.Nummer eins, die Peabody Ducks - so ziemlich die größte Verarschung in der Geschichte des Tourismus. Vier Enten residieren in einer Hotelsuite und watscheln zwei Mal täglich über einen roten Teppich durch die Lobby, um in einem Brunnen schwimmen zu gehen. Geführt und angesagt werden von einem Duckmaster. Wenn man die stinknormalen Park-Dreckteich-Viecher bestaunt hat, hat man im Anschluss die einmalige Gelegenheit, im "Lucky Duck Giftshop" ausgiebig zu shoppen. Die Tatsache, dass sich dieser Geschenkeladen überhaut über Wasser halten kann, sagt mir genug über den Intellekt der Besucher.
Die zweitgrößte Verarschung in der Geschichte des Tourismus ist Graceland. Für die Dummies unter Euch: Graceland ist die Ranch, in der Elvis Presley von seinem 22. Lebensjahr bis zu seinem Tod 20 Jahre später nicht nur gewohnt, sondern auch Mama, Papa, Frau ('Godzilla', gell Papa?) und Töchterchen einquartiert hat. Das Highlight der Tour war meiner Ansicht nach Elvis kreisrundes Bett, bezogen mit weißem Kunstfell, und ausgestattet mit Himmel, Spiegel (!) und Radio (wie selbstverliebt kann man sein?). O-Ton Franzi: "In dem Bett kann man nicht schlafen, nur vögeln!"Doch die Amis sind nicht nur Meister der Inszenierung sondern auch der Euphemisierung. Laut Audioguide starb Elvis and 'Herzversagen', das ist hier wohl ein anderes Wort für 'Drogentod auf dem Klo'.
Unser Rundgang fand einen meditativen Abschluss am Grab des King. Wir erlebten ein sinnlichen Augenblick, den ich - so schlecht ich mich auch fühlte - schlichtweg nicht ernst nehmen konnte, da ständig Ützwurst Stimme in meinem Kopf herumspukte.
Das zweite Pseudoereignis des Tages fand vor den drei Giftshops statt: Um 18 Uhr, nach drei Reden, erstrahlte Graceland in der hässlichsten Weihnachtsdekoration, die ich je gesehen hatte. Jetzt wissen wir zumindest, worin unsere zwanzig Dollar Eintrittsgeld fließen: Strohmrechnung (immens) und plastische Chirurgie (Tochtor des Sponsors).
Tuesday, November 28, 2006
Ohne Dings kein Bums
Nichtsahnend saß ich gestern in einem meiner Kurse und schaute mir Präsentationen an, die ehemalige Studenten meines Professors gebastelt hatten, als er in der Schweiz lehrte. Alle in Englisch, teilweise in Französisch. (Kommentar aus den hinteren Reihen: "What language is this? Is this German? No, must be Swedish!") Plötzlich... da war es! Poppte unvermittelt vor meinem Auge auf und stand an der Wand."Ohne Dings kein Bums."
Irgendwie musste ich lachen.
Als ich mich ca. 15 Minuten später wieder beruhigt hatte, waren sämtliche Köpfe meines Kurses in meine Richtung gedreht und von überall kamen Aufforderungen, zu erklären, was es heisst. Geht nicht, Wortspiel, sagte ich, und lachte weitere vier Minuten.
Als ich unter der lauen Novembersonne nach Hause spazierte, dachte ich noch einmal über "Ohne Dings kein Bums." nach und stellte fest: So lustig ist das eigentlich gar nicht. Aber die Komik dieses Augenblickes war unschlagbar.
Monday, November 27, 2006
Von der altehrwürdigen griechischen Metropole Nashos Villas und warum ich doch kein Cowgirl bin
We're going straigt to the wild wild... Middle Tennessee. Letztes Wochenende stand nicht nur Memphis intensiv auf dem Programm, sondern zum ersten Mal auch unsere Staatshauptstadt Nashville, Heimat der Country-Musik und Rednecks.Country-Musik ist laut Wiki eine aus den USA stammende Musikrichtung, die Anfang des 20. Jahrhunderts aus traditionellen Elementen der Volksmusik der europäischen Zuwanderervölker - insbesondere Irland und England- hervorging.
Ein typisches Merkmal der Countrymusik sind direkte Texte, die sich oft auf die amerikanischen Lebensverhältnisse beziehen, persönliche Erfahrungen beschreiben, aktuelle Ereignisse kommentieren und nicht selten auch humorvoll sind. Im Gegensatz zu fast allen anderen Genres sind die Texte gleichrangig zur Musik.Beim traditionellen Country werden hauptsächlich Saiteninstrumente, wie Gitarre, Banjo, Mandoline, Bass oder Geige, aber auch Akkordeon, Klavier oder Mundharmonika verwendet.
Da seht Ihr's, in Charlottes Blog kann man noch etwas lernen! Ergänzen möchte ich, dass Country meist von Männern mit tiefen, volltönenden Stimmen gesungen wird - bei den Frauen ist das eher ein Quäken. Das dazu passende Outfit besteht aus Jeans, Holzfällerhemd, Hut (na klar) und den obligatorischen Boots.
Johnny Cash haben wir zwar nicht getroffen, aber richtig country ist Nashville trotzdem - so country, dass wir feststellen mussten, dass wir durch Memphis ein wenig zu ghetto geworden sind, um das auszuhalten. In der ersten Sekunde waren wir fasziniert und fühlten uns wie im Film, in der zweiten wurden uns die feisten, langhaarigen Cowboys und das Gitarrengedudel dann doch zu viel und wir wünschten uns den Gangster-Rap zurück.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass Phil und ich einen Macarena-ähnlichen Dr. Pepper-Tanz choreographiert haben. Ein Video davon wird bald auf YouTube zu sehen sein - das hat Franzi zumindest angedroht.
Nashville liegt übrigens nicht in Griechenland. Allerdings hat ein tief verwurzelter Minderwertigkeitskomplex gegenüber der Stadt Memphis und ihrem ägyptischen Bezug die Nashviller dazu bewegt, sich eine Art Pantheon als Regierungsgebäude hinzustellen - eine Antwort auf die Pyramide in Memphis.
Bei mir läuft der Countdown. Überall bimmel jetzt die Glöckchen, blinken die Lichterketten und erinnern mich daran, dass Weihnachten - und somit der Tag meiner Abreise - unweigerlich näher rückt. Am Mittwoch steht mein erstes von drei Final Exams an und ich arbeite auf Hochtouren an einem Abschlussbericht. Zweieinhalb Wochen noch in Memphis, eine weitere in NYC und ich ich fliege zurück über den Ozean. Ich vermisse Euch alle, aber ich werde ganz furchtbar weinen.:'(
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